Die erste Saison als Eishockey-Profi ist für Lenz Moosbrugger nun Geschichte. Für seinen ehemaligen Verein – den EHC Lustenau – war er sehr gerne bereit, Martin Stadlober ein Interview zu geben und schildert dabei seine Erkenntnisse und Erfahrungen.
Mit drei Jahren stand Lenz Moosbrugger in der Rheinhalle Lustenau erstmals auf dem Eis. Schnell merkte er, dass Eishockey jener Sport ist, den er auch zukünftig ausüben möchte. Natürlich war ihm zu dieser Zeit nicht bewusst, dass Eishockey in weniger als 20 Jahren sein Beruf sein wird.
Unterstützt wurde er in seinen Fähigkeiten einerseits von seinen Eltern Belinda Moosbrugger und Marc Bösch, andererseits von den Trainern des EHC Lustenau, die schon sehr früh sein Talent erkannten.
„Bis in das Alter von 12 oder 13 Jahren soll beim Sport der Spaß im Vordergrund stehen. Ab diesem Zeitpunkt ist jedoch dann zu spüren, ob der Sport auch in Zukunft eine wesentliche Rolle im Leben einnehmen wird. Natürlich war auch bei mir nicht alles rosig. Es gab auch Zeiten, in denen ich mich zum Weitermachen zwingen und durchbeißen musste,“ so Lenz Moosbrugger.
Schon in frühen Jahren wurde er zu Lehrgängen im Nachwuchsbereich des österreichischen Eishockey-Verbandes einberufen. Sein Durchbruch gelang ihm beim EHC Lustenau in der Saison 2021/22. In der Vorbereitungszeit zu dieser Saison durfte der damals erst 16 Jährige mit der Kampfmannschaft des EHC Lustenau mittrainieren. Bei den Vorbereitungsspielen zeigte er tolle Leistungen und wurde zum Stammspieler beim EHC in der Alps Hockey-League.
Bereits in der zweiten Saison flatterten Angebote von Vereinen aus der höchsten Liga ein. Doch sowohl er, als auch seine Eltern und die Vereinsverantwortlichen vom EHC Lustenau beharrten darauf, dass er zuerst seine Lehre als Betriebslogistik-Kaufmann abschließt.
„Für mich ist eine solide Ausbildung sehr wichtig. Dies würde ich auch jedem Nachwuchsspieler raten, vor Beginn der Karriere eine Schule oder eine Lehre abzuschließen. Wer weiß, was in den nächsten Jahren passiert? Doch mit einem Abschluss in der Tasche hat man beste Voraussetzungen für die weitere Zukunft. An dieser Stelle bedanke ich mich auch recht herzlich bei der Firma Carini Etiketten in Lustenau, die es mir ermöglichten, neben der Lehre, dem Eishockey-Sport nachgehen zu können“, so Moosbrugger.

Anfang Juli muss er zur Absolvierung seines Präsenzdienstes ins Bundesheer einrücken. Seine Grundausbildung absolviert er in Eisenstadt und wird anschließend in die HSNS (Heeressport- und Nahkampfschule) aufgenommen.
Seine weiteren Ziele im Eishockey hat der erst 20-jährige Lustenauer schon jetzt definiert. „Ich habe bei den Graz 99ers einen Dreijahresvertrag unterzeichnet. In meiner zweiten Saison in Graz möchte ich mit viel Einsatz und Willen einen fixen Stammplatz in der ersten Mannschaft erkämpfen. Als weitläufiges Ziel wünsche ich mir, dass auch ich bei einer Weltmeisterschaft die Farben Österreichs vertreten darf,“ so der sympathische Lustenauer.

Seit Beendigung der Eishockey-Saison weilt Moosbrugger in Lustenau, ohne jedoch das Aufbautraining zu vernachlässigen. „Von den Trainern der Graz 99ers habe ich einen strikten Trainingsplan für die Sommermonate erhalten. Auch hier in Lustenau trainiere ich rund sechsmal pro Woche, jeweils ca. zwei Stunden.“, ergänzt Moosbrugger.
Das Interview
Stadlober: Wie kannst Du die erste Saison bei den Graz 99ers zusammenfassen?
Moosbrugger: Für mich war es ein komplett neues Kapitel in meinem Leben. Alles war neu für mich. Das Umfeld, die Stadt Graz und auch erstmals in einem Profi-Verein zu spielen. In der ICE-League ist vieles anders. Beginnend mit einem Ernährungsplan, an den Du dich zu halten hast über die Trainingsvoraussetzungen, die einem geboten werden, bis hin zu einem rundherum sehr professionell und gut strukturiert geführtem Verein.
Stadlober: In welchen Bereich
en hast Du Dich am meisten entwickelt?
Moosbrugger: Grundsätzlich hatte ich ein sehr gutes erstes Jahr. Zufrieden darf man natürlich nie sein, aber ich habe mich doch in einigen Bereichen weiterentwickelt. Du lernst schneller Entscheidungen auf dem Eis zu treffen. Auch spielerisch konnte ich in der ersten Saison viel lernen, was auf die körperliche und mentale Entwicklung zurückzuführen ist.
Stadlober: Wo siehst Du noch Aufholbedarf?
Moosbrugger: In allen oben angeführten Bereichen. Ich bin noch lange nicht dort, wo ich einmal hinkommen möchte. Darum ist eine stetige Weiterentwicklung immens wichtig. Zusätzliche Faktoren sind das Schützen der Scheibe auf dem Eis und das geradlinige Spiel zum gegnerischen Tor. Dabei werde ich auch sehr gut von meinen Teamkollegen in Graz unterstützt.
Stadlober: Wie überbrückst Du die Sommermonate bis zum Start der Saison?
Moosbrugger: Ich habe vom Trainerstab in Graz einen Trainingsplan erhalten. Ich trainiere sechsmal in der Woche – jeweils für ungefähr zwei Stunden. An dieser Stelle bedanke ich bei den Verantwortlichen des EHC Lustenau, die mir ermöglichen, die Infrastruktur der Rheinhalle zum Kraft- und Ausdauertraining zu nutzen.
Stadlober: Was sind die Ziele der Graz 99ers für die kommende Saison?
Moosbrugger: Wir wollen in der kommenden Saison ein gewichtiges Wort in der ICE-League mitreden. Im Grunddurchgang ist das Ziel ein Platz unter den Top 6 Teams. Wie man auch dieses Jahr gesehen hat, ist dann im Play-Off alles möglich. Wir haben uns für die kommende Spielzeit gezielt verstärkt und ich bin guter Dinge, dass wir uns verbessern können.
Stadlober: Was sind deine persönlichen Ziele für die kommende Saison?
Moosbrugger: Mit hartem Training werde ich versuchen, das Trainerteam von meinen Leistungen zu überzeugen und somit einen Fixplatz in der Linienaufstellung zu erkämpfen und so zu mehr Eiszeit zu kommen.
Stadlober: Wie beurteilst Du das Abschneiden des Nationalteams bei der WM in Dänemark und Schweden?
Moosbrugger: Mit einem Wort „sensationell“. Es hat Spaß gemacht der Mannschaft zuzuschauen und ich bin sehr stolz, was sie ablieferten. Leider hat es beim Viertelfinale gegen die Schweiz nicht geklappt, aber es kann und darf nicht die ganze WM an diesem einen letzten Spiel aufgehängt werden. Wichtig ist, dass wir das Primärziel des Gruppenerhalts schon frühzeitig sichern konnten. Jetzt muss auf den gezeigten Leistungen aufgebaut werden.
Danke für das Interview







































